Geschichte | Gutshof

Geschichte und Entwicklung des Gutes Buch – vom Rittergut zum Künstlerhof

1342-1897

1342 findet sich die erste urkundliche Erwähnung des Gutes Buch als Rittergut und in Verbindung mit dem Namen Arndt von Bredow. Weitere Besitzer des Gutes in den folgenden Jahrhunderten waren, der Ritter Wiltberg, die Gutsherren Hans von Waldow und Schmetstorp.

1483 bis 1670 hatte dort die Familie Röbell ihren Stammsitz und ließ ein neues Haupthaus im Fachwerkstil errichten.

1669 erwarb dann der Reichsfreiherr von Pölnitz das Gut und das Landhaus wurde weiter ausgebaut. Er ließ einen Garten mit Teichanlagen nach holländischem Vorbild anlegen.

1742 wurde das Gut vom geheimen Etatsrat Adam Otto von Viereck gekauft, der nach Plänen Friedrich Wilhelm Diterichs eine Kirche als barocken Zentralbau errichten ließ. Gleichzeitig wurde auch das mittlerweile zum Schloss avancierte Haupthaus im barocken Stil umgebaut und dem Ensemble eine Orangerie zugefügt, die das neue Rokokoparterre des Schlosses nach Norden abschloss.

1761 erbte die ältere Tochter der Vierecks, Amalie Ottilie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Domprobst von Voß, das Gut. So folgte auf die Viereckepoche die Familie Voß.

1881 ließ Graf Gustav von Voß das Schloss noch einmal von dem Berliner Baumeister Ludwig Tietz im Stile der Zeit umbauen. In seinen „Wanderungen durch die Mark“ beschreibt Theodor Fontane Schloß, Kirche und das Gasthaus Schloßkrug.

 

1898-1949

1898 verkaufte Graf Georg von Voß das komplette Anwesen mit Schloß, Park, und dem Gutshof inklusive Ackerbau und Viehzucht für 3,5 Mio. Mark an den Berliner Magistrat. Die zugewonnen Freiflächen ermöglichten der Stadt, die von Rudolph Virchow angeregte und vom Stadtbaurat James Hobrecht umgesetzte Vollendung des für damalige Verhältnisse modernsten Stadtentwässerungssystems, die Rieselfeldwirtschaft.

Auf anderen, ehemals zur Schloßanlage gehörenden Flächen wurde mit dem Bau des Krankenhauskomplexes der Bucher Kliniken und wissenschaftlichen Einrichtungen begonnen.

Die noch für landwirtschaftliche Zwecke nutzbaren Flächen dienten zur Sicherung der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und der Gutshof wurde zum Stadtgut-Buch.

Das Bucher Schloß diente bis 1920 den Berliner Oberbürgermeistern als Sommersitz.

1921 bemühte sich Käthe Kollwitz gemeinsam mit Minna Cauer darum, aus dem Schloß eine Unterkunft und Arbeitsstätte für mittellose Künstlerinnen zu machen. Ihr Engagement scheiterte jedoch an der Berliner Stadtverwaltung.

1928 bis 1945 lebten 650 Obdachlose und später Zwangsarbeiter auf dem Gutshof

1943 wurde die Schloßkirche durch einen Bombenabwurf schwer beschädigt, Gutshof und Schloßpark überstanden den II. Weltkrieg nahezu unbeschadet.

 

1945-1981 

1945 beanspruchte die sowjetische Kommandantur für 2 Jahre den Hof 

1947 wurde das Stadtgut Buch in ein volkseigenes Gut umgewandelt und in letzter Nutzung dann zum Lagerplatz.

1955 führte die Gleichgültigkeit der zuständigen Behörden und politische Willkür zum Abriss der Orangerie.

1964 kam es dann sogar zur Sprengung des Schlosses, mit dem Verlust dieser wertvollen Baudenkmäler büßte der Stadtteil Berlin-Buch lange Jahre ein zentrales Stück seiner Identität und Geschichte ein.

1981 wurde auf Beschluss des Berliner Magistrats der ehemalige Gutshof dem neugegründeten „Büro für architekturbezogene Kunst“ mit der Maßgabe zugesprochen einen Atelier- und Werkstattkomplex für Berliner Künstler aufzubauen und einzurichten.
Detaillierte Informationen zum Künstlerhof Buch finden Sie auf dieser Seite.

 

Ab 2003

2003 wurde der Hof vom Liegenschaftsfonds Berlin übernommen, verwaltet und vermarktet

Ende 2009 übernahm die COMBAG AG den ehemaligen Guts-/Künstlerhof und revitalisiert ihn sukzessive. Im Mittelpunkt der geplanten Nutzungen stehen Handwerk, Gewerbe, Kunst, Kultur und Soziales. Die ersten Schritte in die Zukunft sind durch Bindung der Künstler und die Errichtung von Hotel, Feste-Scheune und Restaurant getan.

Ein weiterer Schritt ist die Umbenennung in Stadtgut Berlin-Buch nach historischem Vorbild. Der Künstlerhof ist dann eine Einrichtung im Stadtgut Berlin-Buch.

freiherr-von-poelnitz viereck

Reichsfreiherr von Pölnitz Etatsrat von Viereck

Das Schloß Buch Das Schloß Buch

kirche Die Schloßkirche

0012
Das volkseigene Gut Buch

Zustand vor der Umwandlung in den Künstlerhof
Bitte Klicken für mehr Bilder

Sanierung und Wiederaufbau
Bitte Klicken für mehr Bilder