Künstlerhof Buch

Ab 1981 | Arbeitsplätze für 40 Künstler

1981 übernahm das Büro für architekturbezogene Kunst den alten Gutshof und investierte bis Ende 1990 etwa 14 Mio. Mark. In den Werkstätten und Ateliers sowie im Freigelände wurden Arbeitsplätze für bis zu 40 Künstler geschaffen, die sowohl Auftragswerke zur architekturbezogenen Kunst gestalteten als auch im eigenen Auftrag bildkünstlerisch tätig waren.

In der Zeit wurde unter anderem Kunst für die Stadt geschaffen:

  • 180 Kunstwerke für Marzahn
  • 30 Kunstwerke für das Nikolaiviertel
  • 60 bemalte Giebelwände in der Stadt
  • Gestaltung von U-Bahnhöfen in Mitte (herausragend die Bahnhöfe Klosterstraße und Märkisches Museum)

Die Großräume dienten der Vorbereitung vieler Kunstaktionen und der Vorbereitung und Durchführung der Berliner Kunstausstellungen am Fernsehturm und im Ephraimpalais, in Moskau und in Warschau.

1987 | 750-Jahrfeier

Anläßlich der 750-Jahrfeier Berlins 1987 fand ein Internationales Bildhauersymposium mit Künstlern aus neun Ländern statt, dessen Ergebnisse in Lichtenberg am Fennpfuhl zu besichtigen sind. Die Plastik „Mitwelt-Umwelt“ von Karl Blümel wurde im Bucher Schloßpark aufgestellt.

Ein Malerpleinair „Architektur und Landschaft“ mit acht Berliner Malern im Jahre 1988 war den historischen Krankenhauskomplexen gewidmet. Die rd. 70 Ölgemälde, Aquarelle und Gouachen wurden dem Klinikum Buch als Dauerleihgabe überlassen. Sommerwerkstatt der Bildhauer und ein Betonsymposium waren besonders für junge Künstler Gelegenheit, mit Material und alten Techniken zu experimentieren und für Solidaritätsaktionen wurden Fliesen und Teller bemalt.

1989 | Die politische Wende

Die politische Wende 1989/1990 führte zu einschneidenden Veränderungen in der Arbeit der Einrichtung. So wurden 1990 zwar noch termingebundene Ausstellungen realisiert, dann aber die Ausstellungstätigkeit eingestellt. In dem sogenannten Besenbeschluß des Nachwendemagistrats wurde neben anderen Kultureinrichtungen auch das BfK als „abzuwickeln“ aufgeführt.

Zum Jahresende 1990 wurden die Mitarbeiter in die „Warteschleife“ versetzt und schließlich entlassen. Nur eine kleine Gruppe hatte Aufschub, um Archivierung und Übergabe an den Senat zum 14. Juni 1990 zu gewährleisten. Der damalige Kultursenator versprach am 30.Mai 1991 den Künstlern aus mittlerweile beiden Stadthälften den Erhalt der Arbeitsplätze auf dem Künstlerhof.

1994 | Akademie der Künste

Die Zusage des damaligen Kultursenators an die Künstler zum Erhalt der künstlerischen Arbeitsplätze ermöglichte wenigstens die weitere, wenn auch stark reduzierte, Bewirtschaftung des Hofes und seiner Werkstätten, so daß dort vier Mitarbeiter bis zur Übernahme durch einen neuen Träger ihre Arbeitsplätze behielten. Zwischenzeitlich bemühte sich der Senat um eine neue Trägerschaft, blieb jedoch angesichts der Forderung nach kostendeckenden Konzepten zunächst erfolglos. 

Mitte 1994 wurde die Akademie der Künste, Berlin durch die Senatskulturverwaltung gebeten, sich an der Rettung des inzwischen Künstlerhof Buch genannten Objektes zu beteiligen. Trotz größerer innerer Probleme der gerade aus Ost und West vereinigten Akademie übernahm diese die Trägerschaft ab 1.1. 1995. Die notwendigen Finanzmittel versprach das Land Berlin in den Haushalt der AdK einzustellen.

Die mit der Leitung des Hofes beauftragten Mitarbeiter bemühten sich in der Folgezeit, die konzeptionellen Überlegungen der Akademie für die längerfristige Planung zum Erhalt des Künstlerhofes als zentralen Arbeitsort für verschiedene Sparten der Kunst umzusetzen, der Stadt sonst nicht vorhandene Möglichkeiten zur Erarbeitung interdisziplinärer künstlerischer Projekte zu bieten und diesen Ort in das internationale künstlerische Geschehen einzubinden. 

In dieser Zeit gab es eine Reihe interessanter künstlerischer und kultureller Veranstaltungen. Beispielhaft zu nennen sind dabei die jährlichen Künstlerfeste, über 50 Ausstellungen von Bildender Kunst, Baukunst und Installationen, internationale Sommerakademien der Moving Academy for Performing Arts (MAPA), Amsterdam (mit Künstlern aus 15 Ländern), internationale Workshops von Tanztheatern und Bildender Kunst (z. B. Deutscher Künstlerbund).

Daneben gab es eine Zusammenarbeit mit dem MDC, dem Selbsthilfeverein Albatros im Gesindehaus sowie den örtlichen Vereinen, den Sportvereinen und der Feuerwehr. Der Künstlerhof gab Unterstützung bei der Durchführung unterschiedlichster Aktivitäten, war oft selbst Veranstaltungsort u. a. für den Weihnachtsmarkt und das Osterfeuer. Es wurden auch weiterhin die baulichen Maßnahmen weitergeführt und 1995 das Restaurant »KunstPause« eröffnet, 1997 wurde der Hof neu gepflastert und das alte Inspektorhauses  saniert.

Ab 1981 arbeiteten bis zu 40 Künstler in den Ateliers und im Freigelände

 

Im Neubau entstanden Großateliers, die alten Gebäude wurden restauriert

 

Es gab interessante künstlerische und kulturelle Veranstaltungen z.B. die jährlichen Künstlerfeste

 

Beispiele der im Künstlerhof entstandenen Auftragskunst